Kraftquelle - Wertschätzung

Kraftquelle - Wertschätzung

Ganz wörtlich betrachtet stecken in der „Wertschätzung“ der „Wert“ und
der „Schatz“ oder auch die „Schätzung“ – ein nicht auf ersten Blick klarer
Zusammenhang zu dem, was ich darunter verstehe. Da kommen die
Umschreibungen von Google schon näher heran: „Ansehen, Achtung,
Anerkennung und hohe Einschätzung“. Werte sind die meist
unausgesprochenen Orientierungspunkte in unserem Leben aber
auch in der Gesellschaft, die uns helfen, unser Leben auszurichten.
Gerade in den Krisen-Wochen haben wir die Priorisierung von Werten
eindrücklich erlebt: Gesundheit und Schutz der Schwächsten wurden
deutlich über wirtschaftliche Interessen gestellt. Aber auch privat sind mir
meine eigenen Werte, vor allem die von Gemeinschaft und Austausch
mit Menschen, bewusst – und zum Schatz – geworden! Jemanden
wertzuschätzen heißt also, ihn mit seinen Werten wahrzunehmen und
diese als für sein Leben und Handeln wichtig anzuerkennen.


Die „3 Z – Zuwendung, Zärtlichkeit (Empathie) und Zeit“ beschreibt
Psychiater Reinhard Haller im Buch „Das Wunder der Wertschätzung“
als Voraussetzung dafür – im Privaten wie im beruflichen Kontext. Man
muss Zeit haben, sich auf das Gegenüber einzulassen. Muss offen und
neugierig sein, ihn / sie wahrzunehmen und seinen / ihren Wert zu
erkennen und seine / ihre Situation wahrzunehmen. Und erst dann kann
ich mich ihm / ihr zuwenden. Und danach sehnen wir uns alle, vom
kleinen Kind über den / die Berufstätige bis hin zu hochaltrigen und
dementiell erkrankten Menschen.


Wie drückt sich Wertschätzung aus?
Egal ob im privaten Umfeld, als Kind den Eltern gegenüber, in einer
Partnerschaft oder im beruflichen Umfeld – wertgeschätzt fühlt man sich,
wenn man:
- gesehen wird und sich wahrgenommen fühlt und Feed-back,
- Anerkennung und authentisches Lob für Arbeit und Bemühungen
- und Dankbarkeit bekommt.


Doch die richtige Form von Wertschätzung zu finden und zu geben, ist
nicht immer einfach und oft auch von den Rahmenbedingungen abhängig. Die einen brauchen Lob und Förderung, die anderen wollen gefordert werden. Die einen brauchen mehr Aufgaben und Verantwortung, die andere mehr Zeit und Muße.
Die Wertschätzung selbst ist ein Schatz für unseren Alltag und für
unser Zusammenleben, der immer wieder neu gesucht, gefunden und
auch gehoben werden muss. Wir sind es nicht mehr gewohnt, aber es ist
auch wichtig, die Wertschätzung, die wir brauchen, auch selbst einzufordern. Dafür können wir wieder von meiner fünfjährigen Nichte
lernen, die mir stolz ihre Zeichnung präsentiert: „Ist die Zeichnung nicht
schön, Tante? Ich finde, mein Einhorn ist das schönste überhaupt!“


In diesem Sinne, bleiben wir gesund!